Die Sage vom Pfalzgraf und dem Teufel

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Alle Weine der Welt hatte der Pfalzgraf dem Teufel geboten, dem seine Seele verpfändet war. Keiner genügte, ihn loszukaufen. Schon rieb sich der Geschwänzte die Hände und begann den Reiler Schiefer zu heizen, denn die Frist mußte bald verstreichen. Da wuchs dort, von der höllischen Hitze geschürt, ein Moselwein, wie ihn der Pfalzgraf noch nie geschmeckt hatte. So nahm er sich ein Herz und kredenzte seinem Widersacher den letzten Probetrunk. Kaum verspürte der Zottige einen Tropfen davon auf der Zunge, vergaß er Opfer und Ofen und schmatzte laut:

"Endlich der Tropfen vom heißen Stein!"

 Der Pfalzgraf wußte nun, womit er seine Keller künftig füllen würde und die Weinbergslage hatte ihren Namen gefunden, der bis heute an diese Geschichte erinnert.