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1000 Jahre Reil

Das Moseltal ist altes Kulturland. Hier siedelten die Kelten, kolonisierten die Römer, drangen die Franken ein.
In der heutigen Gemarkung Reil gab es eine Furt durch die Mosel, d.h. die Mosel war dort bei normalem Wasserstand so seicht, dass man sie mit einen Pferdegespann, einem Eselwagen oder einem Gefährt mit einer Kuh als Zugtier passieren konnte. Solche Stellen waren selten und deshalb führten die Verkehrsverbindungen darüber.
An solchen Orten verlangte man Wegezoll. Zum Durchqueren der Furt brauchte man zusätzliche Hilfskräfte.
Außerdem war die Furt ein Verkehrshindernis - nämlich für die Schiffe, die bereits zu Römerzeiten auf der Mosel verkehrten. Hatten sie einen zu großen Tiefgang, mussten sie vor der Furt geleichtert (teilweise entladen) und hinterher wieder beladen werden, wieder eine Gelegenheit den Lebensunterhalt zu verdienen.
Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass schon frühzeitig eine Siedlung an dieser Furt entstanden ist. Funde gibt es. Aber die Kelten haben nichts aufgeschrieben und von den Römern wurde auch nichts Schriftliches überliefert.
Die erste Urkunde, in der Reil erwähnt wird, datiert vom 18. Mai 1008. Mit ihr wird ein Tauschvertrag geschlossen. Der Erzbischof Williges von Mainz übergibt der Kirche des hl. Stephanus zu Mainz ein Hofgut in Reil (damals Rigula) im Tausch gegen einen anderen Hof in Büchenbach (damals Buochinbah).

Urkunde über den Tauschvertag, erster schriftlicher Nachweis des Ortes Reil
Im Jahr 1008 bestand in Reil also ein vollständiges Hofgut. Reil ist damit sicher (mehr als) 1000 Jahre alt.

Brot und Wein

Anläßlich der 1000-Jahr Feier im Jahr 2008 fand die Ausstellung „Brot und Wein“ statt, die die Lebens- und Arbeitswelt der Winzerfamilien in der Zeit der beiden Weltkriege bis in die sechziger Jahre hinein der heutigen Generation zeigte und rückblickend auf die Bedeutung von Brot und Wein im Leben der Menschen wies. Das Leben war geprägt war von der unablässigen Mühe durch die Arbeit der Hände aller  – auch der Kinder – das „tägliche Brot“, die Ernährung der meist kinderreichen Familien zu sichern. Zehn Kinder in einem Haushalt waren keine Seltenheit.  Fast alles, was auf den Tisch kam, musste auf dem Feld, im Garten und im Viehstall selbst erzeugt und bevorratet werden. In guten Zeiten war der Tisch reichlich gedeckt. Die Ansprüche waren bescheiden. Der Wein wurde verkauft und diente dem Bargelderlös, getrunken wurde er im Haus meist nur zu Festzeiten. Höchstleistungen erbrachten die Frauen in den beiden Weltkriegen als die Männer für die schwere Arbeit fehlten. Sie arbeiteten im Haus, im Weinberg, auf dem Acker, im Feld und im Garten.

„Brot und Wein“ bezeichnen wir in der christlichen Kultur als Gaben Gottes, Geschenke des Schöpfers der Erde und Herrn über Wachsen und Gedeihen.  Um das „tägliche Brot“ beten wir im „Vater unser“. Bedroht durch Hunger in Notzeiten galt dem Menschen das Brot als geheiligte Gottesgabe, die zu missachten Sünde ist. Kein Krümchen durfte verschwendet werden. Beim Anschneiden eines Brotes schlug die Mutter das Kreuz mit dem Messer über das Brot. Im Wein sah der Mensch das edelste Gewächs in Gottes Natur, das nicht lebensnotwendig war wie das Brot, dem Leben aber Glanzlichter zu setzen vermochte. Der Wein hob die Stimmung aus dem Einerlei des Alltags, Wein ist heute noch Festtagsgetränk, früher jedoch war er für die meisten Menschen ein Luxus. Der Winzer – auch die Winzerin gönnte sich immer einen Schoppen aus dem eigenen Keller. War das Brot die Lebensgrundlage, so war (und ist) der Wein das Lebenselixier. 

Das Lese- und Bilderbuch zur Ausstellung enthält ausführliche Texte zur Lebens- und Arbeitswelt der Winzerfamilien an der Mosel  am Beispiel der Gemeinde Reil.

Die ausgestellten Fotos aus privatem Nachlass sind Dokumente dieses harten Lebens an der Mosel, wo man aber auch gut zu leben und zu feiern verstand. Die Fotos können als Postkarten erworben werden.

Bei der Installation „Essens-Zeiten“ haben an einem Tisch sechs Symbolfiguren Platz zur „Essens-Zeit“  genommen: der Pastor isst sein „Pastorenstück“, die Kriegerwitwe ihre schmale Kost, das Hochzeitspaar sein Festessen und die Winzerin in Wirtschaftswunderzeit ihren Kuchen.

Die „vier Gefäße“, eine Rauminstallation, laden ein zu einer Reflektion über Aufheben und Bewahren. 

Brot und Wein
  Gefördert von: Kultursommer 2008 Rheinland-Pfalz:" Arbeitswelten – Lebenswelten“
und der Fa. Prangenberg & Zaum GmbH
 

Kunst im Weinberg

Kunst im Weinberg, Zusammenschau Zahlreiche Zuschauer erlebten bei frühlingshaften Temperaturen eine Landschaftsveränderung im Rahmen des Projektes „Kunst im Weinberg“,
 Schülerinnen und Schüler des Traben-Trarbacher Gymnasiums haben unter der Leitung ihres Kunstlehrers Walter Mangold aktive Weinbergsparzellen sowie Brach- und Rodungsflächen in vergängliche Kunstobjekte der Kulturlandschaft verwandelt.

Diesmal tauchte ein riesiger dreidimensionaler Würfel oberhalb der B 53 als Landschaftsinstallation aus Sägemehl in einer aktiven Weinbergsparzelle auf (Maximilian Filzen, Julia Hallebach, Pierre Klein) und betonte altbekannte Strukturen in besonderer Weise. Kunst im Weinberg, Würfel

Kunst im Weinberg, Bushaltestelle Eine frisch gerodete Fläche an der Reiler Brücke ziert nun ein neuer Wegeverlauf mit Zebrastreifen sowie ein „Dauerparker“ an der Bushaltestelle (Konstantin Arnold, Max Bogner, Stefan Ketter, Manuel Kirst, Marc Moseler) aus Weinbergspfählen, Sägemehl, alten Rebstöcken und Trester.

Eine aufwendige Installation mit Weinbergsnetzen in Form eines Labyrinths (Anna Brückner, Katharina Erbes, Jonas Müllers) entstand in einer aktiven Rebanlage und ist seitdem aus verschiedenen Perspektiven und bei unterschiedlichen Belichtungszuständen weithin sichtbar. Kunst in Weinberg, Labyrinth

Kunst im Weinberg, Rauchverbot Das aktuelle Thema „Rauchverbot“ (Ines Binninger, Marvin Greis, Katrin Göbenich, Sarah Hillen, Lea Löwen, Maike Marman) wurde in einer Installation aus gefärbten Weinbergspfählen, Sägemehl und Kalk verarbeitet.
Als krönender Abschluss rauchte das Rauchverbot.

Eine weitere Schülergruppe installierte oberhalb des Reiler Friedhofes in einer Brachfläche (Anne Fellenzer, Lisa Fink, Susanne Gittler, Anna Greis, Miriam Halstein) ein Spinnenetz aus Weinbergspfählen und -netzen, das es in sich hat. Eine weithin sichtbare und blau leuchtende Struktur betont seitdem die Landschaftsstruktur auf der Reiler Moselseite.
Kunst im Weinberg, Spinne

jing und jang Die älteste Idee der chinesischen Philosophie, die in allen Bereichen der Kunst und Wissenschaft vorkommt, ist die Einteilung in „Yin & Yang“ (Installation: Nathalie Hilgers, Davina Kivelitz, Kirsten Korthals). Yin und Yang entstehen aus dem einen Ursprung und bringen dann ihrerseits die enorme Vielfalt der Erscheinungen, einschließlich des gesamten materiellen Universums, hervor.
Gegen Abend staunten die verwunderten Autofahrer und Schaulustige nicht schlecht, als sich plötzlich ein neuer Moselzufluss aus Sägemehl und Kalk durch Brachflächen und aktive Rebanlagen zwischen der Reiler und Burger Gemarkung zu Tale schlängelte (Christoph Bongard, Pascal Bremm, Sarah Hausmann, Christina Heim, Philip Johnen, Dario Lohmann). Auch bei dieser Struktur wird sich in den nächsten Wochen eine witterungsbedingte Farbänderung einstellen.
Begleitet und tatkräftig unterstützt wurde dieser zweite Aktionstag durch den Projektleiter des Traben-Trarbacher Gymnasiums Walter Mangold und das Gemeinderatsmitglied Wilfried Grooten. Ein umfangreiche Fotodokumentation und Posterausstellung beider Aktionstage „1000 Jahre Reil – Kunst im Weinberg“ ist geplant.
Kunst im Weinberg, Wasserlauf

Kunstausstellung am 5. und 6. Juli 2008

anlässlich der 1000-Jahr-Feier

 

Angeregt durch das seit 2004 jährlich stattfindende „Open-air-Spektakel“ sommernachts-raum der Künstlergruppe Bande-Gillenbeuren in der Eifel konnte durch die spontane Zusage einiger Künstler sehr schnell die Idee verwirklicht werden, eine vergleichbare Ausstellung an die Mosel zu holen.

Der Reiler Pfarrgarten mit seinem altem Baumbestand, das Pfarrhaus mit dem historischen Gewölbekeller und das ehemalige Jugendheim an der Reiler Kirche bieten hierfür eine ideale Kulisse.

Zahlreiche namhafte Künstlerinnen und Künstler der Mosel-Eifel-Region stellten ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit in besonders reizvoller Umgebung vor.



Ausstellung am Pfarrfest


Internetseiten beteiligter Künstler

www.detlefbackhaus.de

www.oreste.info

www.dorothea-kirsch.de

www.uta-blindow.de

www.ketturkat.com

www.reginawiede.de

www.sommernachts-raum.com

www.maria-hill.de

Information/Auskünfte: WilfriedGrooten@aol.com